Stellungsnahme zu Stiftung Warentest

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    • Stellungsnahme zu Stiftung Warentest

      ...von Sandras Tieroase

      Rundmail vom 30.10.2010

      Liebe Kunden und Tierbesitzer,

      es ist wieder einmal DAS Thema in allen Foren und auch unsere Telefone standen nicht mehr still (weshalb wir auch sporadisch scheinbar nicht erreichbar waren - aber mehr als 3 Leitungen gleichzeitig können wir in Vollbesetzung leider nicht bedienen):

      Stiftung Warentest kürt erneut Futtersorten aus den Lebensmitteldiscountern zum "Testsieger" - getestet wurde hier in der aktuellen Ausgabe Trockenfutter für Hunde.

      Aufgrund der zahlreichen Anfragen und der Unsicherheit der Kunden möchten wir hier mal genauer ins Detail gehen, WAS genau die Stiftung Warentest überhaupt getestet hat und wie das Ganze zustande kommen kann.

      Zu den Fakten:

      Die Stiftung Warentest ist völlig frei in Ihrer Entscheidung, welche Produkte getestet werden. Produkte, die vorwiegend im unabhängigen Fachhandel verkauft werden – wie wir es sind (also keiner Einkaufsgenossenschaft oder einem Franchise-Unternehmen angehören, welche 95% des Sortimentes bestimmen dürfen) wurden erneut kaum getestet. Aus unserem Sortiment wurde Orijen im Test mit einbezogen - mit einem scheinbar vernichtendem Ergebnis.

      Wieder einmal sind preisgünstige Produkte aus den Lebensmitteldiscountern Testsieger geworden. Im Testergebnis heißt es: "Viel kosten muss die tägliche Ration auch nicht. Zwei Produkte aus der Spitzengruppe schlagen zum Beispiel mit mageren 18 Cent am Tag zu Buche." Angesichts des deutlichen Preisunterschiedes dieser Produkte gegenüber "Premium-Marken" (ich nenne das mal so), ist es nicht verwunderlich, dass sich mancher Kunde nun fragt, warum "das teure" kaufen, was laut Stiftung Warentest durchgefallen ist, wenn man auch extrem preisgünstige Produkte mit dem Siegel "Ernährungsphysiologische Qualität: sehr gut" kaufen kann?

      Ein echt gutes Argument! Oder? Oder doch nicht?

      Mal ganz nüchtern betrachtet: was wurde getestet?

      Vorab: der Test basiert einzig auf einer Laboranalyse des Futters und einer Beurteilung der Deklaration.

      Das Ergebnis setzt sich aus folgenden Einzelkriterien zusammen (Auszug eines Labors):

      - Ernährungsphysiologische Qualität; Gewichtung: 65%

      Der analytisch ermittelte Gehalt des Futters an Mineralstoffen (Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium) Spurenelementen (Zink, Kupfer, Eisen, Selen), Vitaminen (Vitamin A u. E), ungesättigten Fettsäuren, Protein und Energie wurde mit dem Bedarf eines 15 kg schweren, wenig aktiven Hundes verglichen. Basis für die Beurteilung des Bedarfes sind wissenschaftliche Versorgungsempfehlungen für Hunde (NRC 2006).

      - Schadstofffreiheit; Gewichtung: 0% (da generell keine Beanstandung)
      - Schwermetallgehalte, Schimmelpilzgifte
      - Mikrobiologische Qualität; Gewichtung: 10 %
      - aerobe Keime
      - Deklaration; Gewichtung: 25 % (Überprüfung der futtermittelrechtlichen Kennzeichnungsbestimmungen inkl. Überprüfung auf GMO-Material. Bewertung der Fütterungsempfehlungen).

      Und WAS sagt das nun über ein getestetes Futter aus?

      Für ein mit „sehr gut“ beurteiltes Produkt gelten aufgrund der getesteten Kriterien folgende Aussagen:

      - Die analytisch ermittelten Nährstoffgehalte im Futter sind ausgewogen und decken den „Mindestbedarf“ eines wenig aktiven Hundes ab.
      - Das Produkt enthält keine nennenswerten Mengen an Schwermetallen oder Schimmelpilzen
      - Das Produkt weist keine erhöhten Keimzahlen auf
      - Das Produkt entspricht den futtermittelrechtlichen Kennzeichnungsbestimmungen

      Hm - wenn ich jetzt diese "Aussagekraft" bewerten dürfte (wenn wir schon grad dabei sind), würde ich das als eher unbefriedigend bis mangelhaft einstufen. "Mindestbedarf" - ein tolles Wort. Decken wir Menschen auch nur unseren "Mindestbedarf"? Oder versuchen wir nicht, das BESTE aus der Ernährung und den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ziehen? Die Kennzeichnungsbestimmungen im Futtermittelrecht sind immer noch mehr als schwammig, wenngleich sie sich in den letzten Jahren schon verbessert hat - aber GUT ist anders....! Und was ist mit der biologischen Wertigkeit der enthaltenen Nährstoffe der Futtermarken? Sprich, wie gut können die enthaltenen Nährstoffe vom Hund verwertet werden - also verdaut werden?

      Es macht doch schon einen großen Unterschied, ob ich nun im Futter Federmehl oder hochwertiges Fleisch verwende!

      Gänzlich unberührt blieben auch die Gehalte an essentiellen Aminosäuren (= Maßstab für die biologische Wertigkeit des Eiweißes!).

      Was mir auch sauer aufgestoßen ist: bei der Bewertung des Futters wurde nicht berücksichtigt, ob die deklarierte Zusammensetzung des Futters die Art und Qualität der verwendeten Rohstoffe erkennen lässt.

      Produkte mit einer Gruppendeklaration (wie z.B. diese Deklaration: Pflanzliche Nebenerzeugnisse, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Öle und Fette, Gemüse, Mineralstoffe, Milch und Molkereierzeugnisse, Zucker)

      wurden nicht anders bewertet,

      als Produkte mit einer hochwertigen Einzeldeklaration - wo man dann wenigstens weiß, welches Fleisch und welches Getreide verwendet wurde (wie z. B.: Getrocknetes Hühnerfleisch (min. 20 %), getrocknetes Lammfleisch (min. 10 %), Reis, Hühnerfett, Meeresfisch (Hering) (min. 5 %), Lezithin, Mineralstoffe, Vitamine, Spurelemente, Kräutermischung (Bockshornklee, Basilikum, Meerrettich, Quendel, Brennnessel), DL-Methionin).

      Auch ein ganz wichtiges Detail blieb unberührt: in wieweit enthalten die getesteten Produkte künstliche Farb-, Geschmacks-, Konservierungsstoffe oder Antioxidantien? Ständig hört man in der Werbung (Lebensmittel für Menschen) "frei von jeglichen Farb- oder Konservierungsstoffen"! Aber ob unsere Tiere damit leben müssen, dass ist wohl völlig egal bzw. hat in der Bewertung keine Relevanz? Und WAS hat Zucker im Futter zu suchen? Angeblich können ja Tier Süße nicht schmecken - warum ist es dann im Futter? Es hat keinerlei Bedeutung für den Hund - so ganz rein Ernährungsphysiologisch betrachtet - zumindest wäre mir nichts bekannt!

      Mein Fazit: solange die Produkttester von Stiftung Warentest die "Probanden" nicht ganzheitlich betrachten, analysieren (und nicht nur im Labor!) und auswerten, ist ein solcher Test für mich nicht aussagekräftig genug - insbesondere hinsichtlich des tatsächlichen Futterwertes für meinen Hund.

      Es tut mir leid, dass es nun ein bisschen länger geworden ist um heute meine ganz eigene Meinung kund zu tun - keine Panik - ich "habe fertig". Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung und lassen Sie sich nicht beirren oder verunsichern.

      Hätte ich jetzt fast vergessen: die Ergebnisse des aktuellen Testes finden Sie hier:

      testberichte.de/tierbedarf/2932/hundefutter.html

      Liebe Grüße und gute Nacht
    • Leider ist Stiftung Warentest schon viele Jahre nicht mehr ein unabhängiges Testinstitut wie es am Anfang war.
      Mitlerweile sind die Testkriterien schon immer so ausgerichtet, dass sie bestimmten Firmen nutzen, nicht nur bei Futtermitteltests.

      Beispielsweise wurden mal 2 baugleiche Kaffeemaschinen vor Jahren völlig unterschiedlich bewertet....
      Oder es gab mal einen Test, wo man elektrische Zahnbürsten teste, dafür gab man 5 Leuten eine Bürste in die Hand und ließ sie nur diese eine bewerten - super brauchbares Ergebnis usw usw

      Die Katzenfuttertests der letzten Jahre sind genauso zum Haare raufen - aber vers. Firemen profitieren ungemein von diesen Testergebnissen....
    • wenn ich Testberichte lese achte ich immer darauf welches die Kriterien sind und wie wichtig bestimmte Ergebnisse gewertet werden.

      Überspitzt gesagt finde ich ein ungenügendes Ergebnis unrelevant, wenn es um eine Giesskanne geht, und der Hauptkritikpunkt die mangelhafte Gebrauchsanleitung ist.
      Oder wie gut lässt sich die Verpackung öffnen, find ich jetzt auch nicht so überlebenswichtig, wenn der Inhalt stimmt.

      Man darf halt nicht nur auf das Gesamtergebnis schielen.

      Alles Liebe von Andrea,
      stolze Patentante vom allerallerliebsten Patch, dem Berliner Terminator
      und Habibi Schatz, Hui Buh Gespenst, und Lilli Fee
    • Na wenigstens gab es ein "sehr gutes" Kriterium.
      Mich interessiert auch nicht das Gesamtergebnis ,ich sehe mir alles an. Manches Testsiegel von Stiftung Warentest ,das man auf Verpackungen findet ,ist bereits 7-8 Jahre alt.Nur guckt da keiner hin;jeder sieht nur das "sehr gut" oder "gut".

      meine Patenkatzen : Lilli , Lotti und Lisa